Was ist eine Grunderwerbsteuer?


Was ist eine Grunderwerbsteuer?


Wenn Sie ein Haus oder ein Grundstück erwerben, kommen zusätzlich zu dem eigentlichen Kaufpreis die sogenannten Kaufnebenkosten auf Sie zu. Diese umfassen neben den Notar-, Makler- und Grundbuchkosten auch die einmalig vom Fiskus erhobene Grunderwerbsteuer. Sie macht mit einem durchschnittlich fünfstelligen Euro-Betrag den mit Abstand größten Anteil der Kaufnebenkosten aus. Lesen Sie im Folgenden, wie sich die Grunderwerbsteuer berechnet, in welchen Situationen (außer dem klassischen Immobilienkauf) sie noch fällig wird und wann Sie von der Steuer befreit sind.


Wann wird Grunderwerbsteuer fällig?



Es gibt aber auch einige Fälle, in denen keine Grunderwerbsteuer anfällt. So zum Beispiel, wenn der Kaufpreis des Grundstücks oder der Immobilie unter 2.500 Euro liegt. Ebenso fällt keine Steuer an, wenn ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung im Rahmen einer Erbschaft oder Schenkung den Besitzer wechselt. In diesen Fällen muss jedoch Erbschaftssteuer an den Fiskus abgeführt werden. Ein weiterer Fall, in dem sich Käufer die Grunderwerbsteuer sparen können, ist der Grundstücks- oder Immobilienverkauf zwischen Ehepartnern und Verwandten ersten Grades.

Wichtig zu wissen: Die 2.500 Euro sind nicht als Freigrenze zu verstehen. Das heißt, sollte der Kaufpreis die 2.500 Euro übersteigen, wird die Grunderwerbsteuer auf den gesamten Betrag fällig.



Wie berechnet sich die Grunderwerbsteuer?


Als Berechnungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer dient in der Regel der im notariell beglaubigten Kaufvertrag aufgeführte Kaufpreis der Immobilie. Dieser wird mit dem Gewerbesteuersatz des jeweiligen Bundeslandes multipliziert, dessen Höhe derzeit zwischen 3,5 % (z. B. Bayern und Sachsen) und 6,5 % (z. B. Nordrhein-Westfalen oder Thüringen) variiert. Ein Beispiel: Sie kaufen für 400.000 Euro eine Immobilie in der Rheinmetropole Köln. In diesem Fall beträgt der Grunderwerbsteuersatz 6,5 %. Um die Höhe der Grunderwerbsteuer zu ermitteln, rechnen Sie 400.000 / 100 * 6,5, woraus sich eine Steuer in Höhe von 26.000 Euro ergibt.


Sind Grundsteuer und Grunderwerbsteuer dasselbe?


Die Begriffe Grundsteuer und Grunderwerbsteuer werden oftmals synonym verwendet, bezeichnen aber zwei unterschiedliche Steuerarten. Die Grunderwerbsteuer ist eine sogenannte Verkehrssteuer und wird einmalig vom Finanzamt für den Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie erhoben. Die Grundsteuer ist hingegen eine sogenannte Realsteuer und wird jährlich von der jeweiligen Kommune für den Besitz eines Grundstücks oder einer Immobilie erhoben. Ein weiterer Unterschied ist, dass sich die Grunderwerbsteuer im Gegensatz zur Grundsteuer nicht auf (zukünftige) Mieter umlegen lässt.


 
 
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